Die aktuelle Geschäftslage der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen hat sich zwar im Vergleich zum Vormonat leicht verbessert, doch die Erwartungen für die kommenden Monate sind im Keller. Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im März 2026 zeigt einen starken Einbruch. Überraschend zugleich: Der Blick auf die geplanten Investitionen.

Der Iran-Konflikt hat Folgen. Er bremst die Konjunktur, Kosten steigen, Aufträge gehen zurück – sowohl in der Gesamtwirtschaft als auch bei den Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen. Überraschend kommt das für die Wirtschaftsforscher des Münchner ifo Instituts nicht. Gemeinsam mit dem Internetdienstleister Jimdo geben sie jeden Monat den Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex heraus. Dieser bildet ab, wie Unternehmen mit weniger als neun Mitarbeitern in Deutschland ihre aktuelle Geschäftslage und ihre Erwartungen einschätzen.
Selbstständige: Pessimistische Geschäftserwartungen
Die Werte dieses Indexes für den März 2026 zeigen allerdings bezogen auf die Erwartungen der befragten Selbstständigen einen so starken Einbruch wie seit zwei Jahren nicht mehr. "Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung", kommentiert Katrin Demmelhuber vom ifo Institut die aktuellen Aussichten. Einer Jimdo-Befragung zufolge spüren rund zwei Drittel der Selbstständigen die Auswirkungen des Iran-Konflikts bereits im eigenen Geschäft.
Insgesamt hat sich das Geschäftsklima unter den Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen im März deutlich eingetrübt: Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex sank um 4,3 Punkte auf −20,8. Ausschlaggebend dafür waren die deutlich pessimistischeren Erwartungen, die um 10,9 Punkte auf −26,0 eingebrochen sind. Auch in der Gesamtwirtschaft hat sich die Stimmung merklich verschlechtert. Das Geschäftsklima sank auf −11,3 Saldenpunkte.
Selbstständige: Geschäftserwartungen trüben nicht die Investitionsbereitschaft

Die laufenden Geschäfte wurden hingegen noch etwas weniger negativ bewertet: Die Geschäftslage verbesserte sich leicht um 2,4 Punkte auf −15,4. Noch weitere eher positive Werte zeigt derzeit die Investitionsbereitschaft. Sie bleibt trotz der stark sinkenden Erwartungen für das laufende Jahr bei den Selbstständigen höher als in vergangenen Umfragen. Aktuell planen mehr Selbstständige, ihre Investitionen zu erhöhen (21,0 Prozent, nach 18,2 Prozent im Vorquartal) oder unverändert fortzusetzen (47,1 Prozent, nach 45,5 Prozent). Auch im Rückblick auf das vergangene Jahr wurden Investitionsausgaben etwas häufiger erhöht als im Vorjahr (18,3 Prozent gegenüber 16,8 Prozent). Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft bleiben Selbstständige bei Investitionen jedoch zurückhaltender.
Investitionen erfordern Finanzierungen aus Eigenmitteln und Krediten. Und auch dabei hat sich die Lage etwas entspannt: Der Anteil der Selbstständigen, die die Kreditvergabe als restriktiv einschätzen, ging im Vergleich zum Vorquartal deutlich zurück – ebenso wie in der Gesamtwirtschaft. Allerdings führen nur 10,5 Prozent der Selbstständigen Kreditverhandlungen, deutlich weniger als in der Gesamtwirtschaft (26,4 Prozent). Dennoch bewerten Selbstständige die Vergabebedingungen weiterhin als restriktiv. jtw
